2025-12-27: Tauchtour Donnerbach: Unterschied zwischen den Versionen

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Barbara Wielander (Diskussion | Beiträge)
Die Seite wurde neu angelegt: „===Termin=== 27.-30.12.2025 ===Ziel:=== Wolkenbiwak - Tauchtour im Donnerbachsiphon ===Teilnehmer=== Erik Birkhoff, Lisette de Graauw, Andreas Klocker, Wetti Wielander ===Treffpunkt=== 27.12.2025, 14:00 Simonydenkmal Hallstatt ===Ablauf=== 27.12.: Anmarsch zur Sprengstelle 28.12.: Sprengstelle-Wolkenbiwak 29.12.: Tauchgang Donnerbachsiphon, Weiterforschen im Donnerthermencanyon 30.12.: Ausstieg ===Bericht=== folgt ^2025^ […“
 
Barbara Wielander (Diskussion | Beiträge)
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===Bericht===
===Bericht===


folgt
Nach etwas mehr als 7 Jahren konnte der Donnerbachsiphon in der Hirlatzhöhle wieder erfolgreich betaucht werden – nach der Erstbetauchung durch Peter Hübner gab es schon einmal einen Tauchgang von P. Hübner und W. Wielander im Herbst 2018, damals wurde im an den Siphon anschließenden Donnerthermencanyon auf offener Strecke umgedreht bzw. wurden zwei vielversprechende Fragezeichen hinterlassen. Das Forschungsgebiet dort im Osten der Höhle ist überaus potentialträchtig (z.B. ist es naheliegend, dass der Donnerthermencanyon in direkter Linie in die ebenfalls wie mit dem Lineal gezogene Tiefkarkluft einmündet) – intensivere Forschungsvorhaben scheiterten bisher allerdings an der Entfernung zum Höhleneingang und der (hoch)wassertechnisch nicht ganz trivialen Situation, welche Tauchvorhaben eigentlich nur bei stabil kühlen Witterungsbedingungen ermöglicht (siehe auch Bericht vom Oktober 2025 - https://www.cave.at/ex/tour?id=413).
Anmarsch am 27.12. bis Sprengstellenbiwak, sehr gemächlich und ohne nennenswerte Vorkommnisse. Irgendwie scheinen alle noch von den Weihnachtsfeiertagen ziemlich kaputt zu sein, sodass schon um 20.00 das Licht abgedreht wird und bald Schnarchgeräusche aus allen Ecken des Biwaks zu hören sind.
Am nächsten Tag weiter bis zum Wolkenbiwak. Die Höhle ist angenehm trocken, kaum ein Luftzug zu spüren.
Dritter Expeditionstag: Wir marschieren vom Wolkenbiwak das Große Fragezeichen hinunter, nehmen dort die im Herbst deponierten Tauchsachen auf und es geht weiter Richtung Donnerbach, welcher diesmal sehr zahm und erstaunlich ruhig ist – statt des Donnerns empfängt er uns mit einem lieblichen Murmeln. Kurze orientierungstechnische Unstimmigkeiten, als wir schon fast beim Siphon angekommen waren. Mittels Plan- und Kompassstudium können wir dieses Problem dann aber meistern, und um die Mittagszeit herum sind wir dann auch schon beim Siphon angekommen. Der Siphon ist deutlich länger, als ihn Wetti in Erinnerung hatte – vielleicht hat Wetti damals vor lauter Taucheuphorie einfach ein paar Meter verdrängt, vielleicht war vor 7 Jahren auch der Wasserstand tiefer gewesen. Gute 20 m Tauchstrecke bei rund 5 m Wassertiefe werden’s diesmal schon gewesen sein - jedenfalls reichte Wettis mitgebrachte Leine mehr schlecht als recht, aber schließlich konnten die beiden Taucher*innen, Wetti und Andi, sicher das andere Siphonende, das Römerbad, erreichen.
Tauchsachen ablegen und dann ab zum Forschungsendpunkt von 2018. Weiter erst einmal im hohen, schnurgeraden Canyon im etwa bauchnabeltiefen Wasser. Nach einigen Metern weitet sich der erst schmale Gang und man erreicht einen ovalen, recht tiefen See, welcher mit dem Messtascherl im Mund beherzt durchschwommen werden muss. Dahinter verschwindet der Wasserlauf im Blockboden, man kommt nun bald in eine recht groß dimensionierte Raumerweiterung, welche in jeder anderen Höhle den Namen „Halle“ verdient hätte (aber für die Hirlatz gelten wohl andere Maßstäbe). Von der Decke tröpfelt es sacht und ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie es hier an weniger trockenen Tagen zugeht. Am östlichen Ende der Halle bzw. nach insgesamt 73 m vermessener Gangstrecke steht man auf einmal an einer aus Blöcken gebildeten 7 m hohen Stufe, unter einem ein schwarzes, wassergefülltes Loch. Ein Siphon, aber was für einer! Ein See, rund 8 m lang und 5 m breit, der Boden nicht einmal zu erahnen. Ein unglaublicher Kontrast zum lieblich-heimeligen Donnerbachsiphon.
Wohin der Siphon führt? Vermutlich geradewegs in die Tiefkarkluft. Aber um das herauszufinden, wird man wohl mit deutlich größer dimensioniertem Tauchgerät anrücken müssen.
Noch kurz eng zwischen den Blöcken hinunter geklettert und den See aus der Nähe bestaunt. Dann zurück zum Anfang unserer Vermessung und in den nach Süden ziehenden, niedrigen, schlufartigen Seitenast, an dessen Ende auch noch ein Fragezeichen wartet. Unser damaliger Forschungsendpunkt: die niedrige, schlammige „Lange Lacke“. Dahinter: ein niedriger, hacheliger Gang, dann folgt der „Jacuzzi“, ein whirlpoolgroßes Wasserbecken, dann eine gebückt begehbare Gangstrecke, und dann, wer hätte das gedacht, ein Siphon. Deutlich kleiner dimensioniert als der im Donnerthermencanyon, aber auch ganz hübsch, mit markanter Wasserstandsmarke. Bringt noch einmal ein Plus von 40 m an Hirlatzhöhlenganglänge.
Für uns ist erst einmal das Tagespensum erreicht. Ein genussvoller Tauchgang retour, und am anderen Ende vom Siphon, welches wir nach knapp 3 Stunden wieder gut erreichen, warten schon Lisette und Erik mit heißer Suppe, die wir dankbar schlürfen, auf uns.
Vielen lieben Dank an unsere Helfer*innen, für den netten Support und die Hilfsbereitschaft, insbesondere das Schleppen der schweren Ausrüstung den langen Weg vom Osten hinaus! Ach ja, beim Abstieg im flauschigen Neuschnee haben wir uns etwas verkoffert (Andis Orientierungskenntnisse sind also doch auch nicht besser als meine…) und kamen fast schon in Hallstatt wieder runter auf die Straße, aber Bier und Pizza in der „Kegelbahn“ haben dann dafür umso besser geschmeckt.
Insgesamt vermessen: 113 m
 





Version vom 4. Januar 2026, 19:04 Uhr

Termin

27.-30.12.2025

Ziel:

Wolkenbiwak - Tauchtour im Donnerbachsiphon

Teilnehmer

Erik Birkhoff, Lisette de Graauw, Andreas Klocker, Wetti Wielander

Treffpunkt

27.12.2025, 14:00 Simonydenkmal Hallstatt

Ablauf

27.12.: Anmarsch zur Sprengstelle

28.12.: Sprengstelle-Wolkenbiwak

29.12.: Tauchgang Donnerbachsiphon, Weiterforschen im Donnerthermencanyon

30.12.: Ausstieg

Bericht

Nach etwas mehr als 7 Jahren konnte der Donnerbachsiphon in der Hirlatzhöhle wieder erfolgreich betaucht werden – nach der Erstbetauchung durch Peter Hübner gab es schon einmal einen Tauchgang von P. Hübner und W. Wielander im Herbst 2018, damals wurde im an den Siphon anschließenden Donnerthermencanyon auf offener Strecke umgedreht bzw. wurden zwei vielversprechende Fragezeichen hinterlassen. Das Forschungsgebiet dort im Osten der Höhle ist überaus potentialträchtig (z.B. ist es naheliegend, dass der Donnerthermencanyon in direkter Linie in die ebenfalls wie mit dem Lineal gezogene Tiefkarkluft einmündet) – intensivere Forschungsvorhaben scheiterten bisher allerdings an der Entfernung zum Höhleneingang und der (hoch)wassertechnisch nicht ganz trivialen Situation, welche Tauchvorhaben eigentlich nur bei stabil kühlen Witterungsbedingungen ermöglicht (siehe auch Bericht vom Oktober 2025 - https://www.cave.at/ex/tour?id=413). Anmarsch am 27.12. bis Sprengstellenbiwak, sehr gemächlich und ohne nennenswerte Vorkommnisse. Irgendwie scheinen alle noch von den Weihnachtsfeiertagen ziemlich kaputt zu sein, sodass schon um 20.00 das Licht abgedreht wird und bald Schnarchgeräusche aus allen Ecken des Biwaks zu hören sind. Am nächsten Tag weiter bis zum Wolkenbiwak. Die Höhle ist angenehm trocken, kaum ein Luftzug zu spüren. Dritter Expeditionstag: Wir marschieren vom Wolkenbiwak das Große Fragezeichen hinunter, nehmen dort die im Herbst deponierten Tauchsachen auf und es geht weiter Richtung Donnerbach, welcher diesmal sehr zahm und erstaunlich ruhig ist – statt des Donnerns empfängt er uns mit einem lieblichen Murmeln. Kurze orientierungstechnische Unstimmigkeiten, als wir schon fast beim Siphon angekommen waren. Mittels Plan- und Kompassstudium können wir dieses Problem dann aber meistern, und um die Mittagszeit herum sind wir dann auch schon beim Siphon angekommen. Der Siphon ist deutlich länger, als ihn Wetti in Erinnerung hatte – vielleicht hat Wetti damals vor lauter Taucheuphorie einfach ein paar Meter verdrängt, vielleicht war vor 7 Jahren auch der Wasserstand tiefer gewesen. Gute 20 m Tauchstrecke bei rund 5 m Wassertiefe werden’s diesmal schon gewesen sein - jedenfalls reichte Wettis mitgebrachte Leine mehr schlecht als recht, aber schließlich konnten die beiden Taucher*innen, Wetti und Andi, sicher das andere Siphonende, das Römerbad, erreichen. Tauchsachen ablegen und dann ab zum Forschungsendpunkt von 2018. Weiter erst einmal im hohen, schnurgeraden Canyon im etwa bauchnabeltiefen Wasser. Nach einigen Metern weitet sich der erst schmale Gang und man erreicht einen ovalen, recht tiefen See, welcher mit dem Messtascherl im Mund beherzt durchschwommen werden muss. Dahinter verschwindet der Wasserlauf im Blockboden, man kommt nun bald in eine recht groß dimensionierte Raumerweiterung, welche in jeder anderen Höhle den Namen „Halle“ verdient hätte (aber für die Hirlatz gelten wohl andere Maßstäbe). Von der Decke tröpfelt es sacht und ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie es hier an weniger trockenen Tagen zugeht. Am östlichen Ende der Halle bzw. nach insgesamt 73 m vermessener Gangstrecke steht man auf einmal an einer aus Blöcken gebildeten 7 m hohen Stufe, unter einem ein schwarzes, wassergefülltes Loch. Ein Siphon, aber was für einer! Ein See, rund 8 m lang und 5 m breit, der Boden nicht einmal zu erahnen. Ein unglaublicher Kontrast zum lieblich-heimeligen Donnerbachsiphon. Wohin der Siphon führt? Vermutlich geradewegs in die Tiefkarkluft. Aber um das herauszufinden, wird man wohl mit deutlich größer dimensioniertem Tauchgerät anrücken müssen. Noch kurz eng zwischen den Blöcken hinunter geklettert und den See aus der Nähe bestaunt. Dann zurück zum Anfang unserer Vermessung und in den nach Süden ziehenden, niedrigen, schlufartigen Seitenast, an dessen Ende auch noch ein Fragezeichen wartet. Unser damaliger Forschungsendpunkt: die niedrige, schlammige „Lange Lacke“. Dahinter: ein niedriger, hacheliger Gang, dann folgt der „Jacuzzi“, ein whirlpoolgroßes Wasserbecken, dann eine gebückt begehbare Gangstrecke, und dann, wer hätte das gedacht, ein Siphon. Deutlich kleiner dimensioniert als der im Donnerthermencanyon, aber auch ganz hübsch, mit markanter Wasserstandsmarke. Bringt noch einmal ein Plus von 40 m an Hirlatzhöhlenganglänge. Für uns ist erst einmal das Tagespensum erreicht. Ein genussvoller Tauchgang retour, und am anderen Ende vom Siphon, welches wir nach knapp 3 Stunden wieder gut erreichen, warten schon Lisette und Erik mit heißer Suppe, die wir dankbar schlürfen, auf uns. Vielen lieben Dank an unsere Helfer*innen, für den netten Support und die Hilfsbereitschaft, insbesondere das Schleppen der schweren Ausrüstung den langen Weg vom Osten hinaus! Ach ja, beim Abstieg im flauschigen Neuschnee haben wir uns etwas verkoffert (Andis Orientierungskenntnisse sind also doch auch nicht besser als meine…) und kamen fast schon in Hallstatt wieder runter auf die Straße, aber Bier und Pizza in der „Kegelbahn“ haben dann dafür umso besser geschmeckt. Insgesamt vermessen: 113 m