2023-02-12: Tauchgang Kleiner Schritt

Aus Höhlenverein Hallstatt-Obertraun
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Termin

9.2.-12.2.2023

Ziel:

Tauchgang im Kleinen Schritt und Spaziergang in der Sahara

Teilnehmer

Yordanka Donkova, Georgi Georgiev, Nastiia Gorbenkova, Axel Hack, Kalin Hristov, Efi Hristova, Luka Ivancic, Paul Karoshi, Andrey Minogin, Gorana Peric, Alicia Roslaniec, Rafael Wagner, Wetti Wielander

Treffpunkt

8.2.2023 ab 18:00 im Vereinsheim oder 9.2.2023, 10:00, Simonydenkmal, Hallstatt.

Ablauf

  • 9.2.: Anmarsch bis Grünkogelbiwak
  • 10.2.: Tauchgang im Kleinen Schritt
  • 11.2.: Wanderung in die Sahara
  • 13.2..: Ausstieg

Bericht

Vom 9.2. bis 12.2. wurde die Erforschung des “Kleinen Schrittes” (nahe Grünkogelbiwak) fortgesetzt. Ein internationales Team hat uns geholfen, die notwendige Taucherausrüstung den ca. 8 km langen Weg in die Höhle zu transportieren. Diese konnte in einer 11 stündigen Tour bis zum Biwak getragen werden. Am darauffolgenden Tag wurde der Siphon am „Kleinen Schritt“ nach etwas über einer Stunde erreicht; das Wasser stand relativ tief und das Umkleiden ging rasch.

Wetti und Rafael sind dann durch den ersten Siphon getaucht und bemerkten, dass der Überstieg zum nächsten Siphon aufgrund des geringen Wasserstandes schwieriger werden würde. Eine 2 m hohe Stufe musste frei abgeklettert werde, bevor es im nächsten Siphon weiter ging. Auch hier machte der niedrige Wasserstand das Weiterkommen schwierig; Teile, die normal durchtaucht bzw. durchschwommen wurden, mussten mühsam begangen werden.

Wir erreichten das alte Ende der Leine und es ging nur trocken weiter, zwischen einigen Kolken durch scharfkantige Mäander. Wir folgten dem Gangverlauf ohne Taucherausrüstung, bis wir nach ca. 40-50 m wieder einen Siphon erreichen konnten. Da wir zu diesem Zeitpunkt schon über 3 Stunden unterwegs waren, entschieden wir uns, die Taucherausrüstung nicht mehr zu holen, sondern die trocken Teile detailliert mit dem DistoX zu vermessen.

Zeitgleich hat unser Support Team an einer höheren Stelle nahe der „Abkühlung“ beim Biwak Salz in einen aktiven Teil gekippt und die Leitfähigkeit am ersten Siphon gemessen; leider konnte hier aber kein Zusammenhang festgestellt werden. Nach unserer Vermessung haben wir es wieder wohlbehalten, aber ziemlich übermüdet bis zum ersten Siphon geschafft. Es wurde noch ein Seitengang nahe der Tauchbasis, der „Abfluss“, für ca. 8-10 m betaucht, jedoch verengte sich das Gangprofil auf <50cm, was ein Weiterkommen sehr erschwerte und nach fast 5 Stunden in 5 Grad kaltem Wasser war auch die Motivation nicht mehr gegeben, einen no-Mount Tauchgang zu machen.

Es sei noch zu erwähnen, dass hier wahrscheinlich der tagfernste Tauchgang mit einem OMG Sauerstoffkreislaufgerät durchgeführt wurde- und es hat bestens geklappt, aber aufgrund des geringen Wasserstandes war es auch nicht unbedingt notwendig. Nachdem alles wieder zum Biwak transportiert wurde, haben wir uns erst mal aufgewärmt und über das Erlebte gesprochen; da wir beide in den langen Trockenstellen hinter den Siphonen außer Atem waren und auch Kopfschmerzen bekamen, lag die Vermutung nahe, dass sich schlechte Luft ( wenig O2 oder viel CO2) in diesen Gängen angesammelt hatte. Kurios war auch, dass hinter der betauchten Siphonstrecke offenbar ein Unterdruck herrscht, da wir, als wir wieder zurück waren, die Trockenröhre nur mehr mit Mühen öffnen konnten. Beim nächsten Mal nehmen wir vermutlich entsprechende O2 bzw. CO2 Sensoren mit!

Der darauffolgende Tag wurde zum Erholen und zu einer Sightseeingtour in die Sahra genutzt, bevor es Richtung Ausgang ging. Es wurde in der Sprengstelle übernachtet und sonntags die Höhle wieder verlassen. Axel, der schon am ersten Tag mit dem Bulgarischen Team bis zur Sahara weiter gegangen war, stieß in der Sprengstelle wieder zu uns. In einer ausgedehnten Tour schafften das Saharateam es, ausgedehntes Neuland in der sehr tagfernen Untertischkathedrale zu erschlossern und zu erforschen – dieser (deutlich bewetterte!) Höhlenteil ist sehr potentialträchtig, aber aufgrund des langen Anmarsches und der vorhandenen feuchten Lehmmassen nur sehr konditionsstarken und motivierten Höhlenforschern vorbehalten. Bis auf die üblichen Blessuren gab es keine Verletzungen und alle sind wieder wohlbehalten zurück gekommen! Herzlichen Dank an alle Helfer an dieser Stelle!

(Bericht von Rafael Wagner)