2026-03-24 Du Dumme Sau

Aus Höhlenverein Hallstatt-Obertraun
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Termin

24. - 27.03.2026

Ziel:

Du Dumme Sau, Südwesten

Teilnehmer

Wolfgang Vogel, Axel Hack, Alexander Ried

Ablauf

24.3.: Anmarsch zur Sahara
25.3.: Wegebau bis UnterTisch
26.3.: Forschung DU Dumme Sau
27.3.: Ausstieg

Du Dumme Sau

24.03.26-27.03.26 Axel Hack, Alexander Ried, Wolfgang Vogel

Montag

Abends treffen wir uns im Vereinsheim zum Sortieren und Packen des nötigen Höhlentrempels, inc. 2 Bohrern mit Batterien, 60 Trittstiften, Zwangsverkarstungsausrüstung sowie Schlosserequipment.

Dienstag

Großzügig beladen geht es vom Tal in die Sahara, mit Materialaufnahme von Ankersets im HDS und Grünkogl Biwak. 7h später stehen wir in der Sahara, diskutieren kurz über den besten Lagerplatz und entscheiden uns für das höhere Lager. Aufbau, Wasser aus der erstaunlich hohen Oase holen und schon ist es Zeit zum Abend essen. Außerdem laden wir die Schleifsäcke um, zwei stehen bereits in Sahara bereit, einer von Axels kommt dazu. Der morgige Weiterweg ist ungeeignet für große Sherpa-Säcke.

Schachtzeug oder Lehm?

Mittwoch

Die Aufgabe des Tages ist Wegebau; die Strecke zwischen Sahara und Du Dumme Sau ist reichlich unkommod weswegen wir um diese Maßnahmen auf Dauer eh nicht herumgekommen wären. Aufgabenstellung lautet wie folgt: Axel bringt zwischen Sahara und der Untertischkathedrale (UK) Trittstifte an, ich baue neue Seile ein, und Wolfo soll eine recht ärgerliche Passage am oberen Ende der UK erweitern. Im Endeffekt wartet Wolfo nach dem Abseilen in die UK während ich das dünne, stark verlehmte Seil durch einen dicken, noch sauberen Strick ersetze. Danach begeben wir uns ans obere Ende und bearbeiten im Nutellagatsch stehend einen engen Canyon. Das Gestein erweist sich als unkooperativ, die Zwangsverkarstung verläuft größtenteils händisch mit Meißel und Hammer. Nach ca. 3h Bearbeitung wird das Resultat als akzeptabel abgestempelt, ich bringe noch 5 Trittstifte an den schlimmsten Stellen an (5 zusätzlich wären kein Schaden) und wir begeben uns auf den Rückweg, um unsere Alarmzeit mit Axel nicht zu verpassen. Für eine nötige Verbesserung der Seile im oberen Teil der UK fehlt uns leider die Zeit, auch hier wären ein paar Umbauten sinnvoll. Das dickere Seil aus der UK macht den Rückweg etwas angenehmer, Steigklemmen müssen trotzdem größtenteils manuell bedient werden. Pünktlich wie die Maurer treffen wir um 18:00 auf Axel, er hat volle Arbeit geleistet und 48 Trittstifte verbaut. Auch bei ihm ließ die Felsqualität stellenweise zu wünschen übrig, im Großen und Ganzen ist der Weg zwischen Sahara und UK jetzt deutlich komfortabler. Nach 10h kommen wir wieder in der Sahara an, voller Vorfreude den gleichen Weg morgen noch einmal zu begehen – besonders die langen Schlufpassagen.

Donnerstag

Gestern wurde zwar ausgemacht, dass wir um 8 Uhr aufstehen, nur hat keiner einen Wecker gestellt. So ist der Start heute etwas gemütlicher, bei mir persönlich hält sich die Begeisterung in den komplett verlehmten Schlaz zu steigen in Grenzen. Nach ca. 4h stehen wir vor einer ungünstigen Traverse kurz unter Du Dumme Sau (DDS), hier bringe ich mit Wolfos Hilfe die letzten 5 Trittstifte an. Danach steht noch die Anbringung eines Umlenkers und einer Umsteigstelle am unmittelbar folgenden Aufstieg an, um die recht böse Seilreibung zu unterbinden und einem Gatschcanyon zu entkommen. Während Axel weiter unten ungünstigen Lehm entfernt, wartet Wolfo unter mir im Gatsch - der sich blöderweise als bodenlos herausstellt.

dominierende Sintersäule, Du Dumme Sau

Axel schafft es, den gut knietief versunkenen Wolfo mithilfe eines Eispickels wieder auszubuddeln, aber auch hier wäre ein Trittstift angebracht. Beim Umsteigen hängt sich Wolfos Fußsteigklemme ungünstig ins Seil, wodurch er kurzzeitig kopfüber baumelt und nicht an sein Messer kommt. Ich werde aus der folgenden Passage zurückgerufen, mein Messer wird am Seil zu ihm geschickt und er schneidet die Fußsteigklemme ab. Die ist hier sowieso nicht nützlich, da alle Ausrüstungsgegenstände sich in Lehmklumpen verwandelt haben. Ein kurzes Seil eingebaut, und schon stehen wir in DDS. Wir erkunden die Halle, die von einer riesigen Sinter-Säule dominiert wird. Es stellt sich schnell heraus, dass wir nicht vor kilometerlangen Wanderpassagen stehen. Neben ein paar Schloten findet sich eine stark bewetterte Seitenpassage, die den einzig ebenen und trockenen Boden für ein kleines Lager in der Gegend bietet. Nach hinten führt ein großer, nach oben ziehender Verbruch dem ich ca. 30m zu einer etwas heiklen Freikletterpassage folge. Direkt unter unserem Eintrittsfenster scheint sich auch ein Verbruch zu befinden, zum Einbohren fehlt uns leider die Zeit. Um wenigstens eine faire Chance zu haben, nicht allzu lange nach Mitternacht zurück zu sein, beginnen Axel und Wolfo mit der Vermessung. Währenddessen folge ich der kleinräumigen bewetterten Passage, den Hohlräumen unter der Sinter-Säule (ohne interessante Ergebnisse) und mache Photos. Im prospektiven Lager spannen wir eine Leine, nehmen ein Inventar auf und machen uns kurz vor 20 Uhr auf den Rückweg. Durch die letzten beiden Tage etwas gebeutelt ist dieser nicht besonders zügig, und wir sind erst nach Mitternacht wieder in der Sahara, inc. Ausrüstung waschen mit den mitgebrachten Klobürsten. Ca. 14h, beim nächsten Trip kommt das Lager rein und man kann sich den müßigen Rückweg endlich sparen. Ums nochmalige Wasser holen kommen wir leider nicht herum, Wolfo und ich machen also noch einen kleinen Abendspaziergang zur Oase.

Freitag

Ausschlafen, zusammenpacken, Inventar, Abmarsch. Obwohl der Weg zurück ans Tageslicht tendenziell bergab geht und wir jetzt weniger Gewicht haben, brauchen wir genauso lange raus wie rein. Am Eingang überrascht uns eine weiße Winterlandschaft, der Schnee beschleunigt den Abstieg zum Auto deutlich.

Alex